Kapelle Reichenstein

Die Kapelle gehörte zur Burganlage und war ursprünglich die Burgkapelle. Um 1346 wurde sie von Ritter Wolf vom Stein zu Reichenstein und seinen Söhnen Berchtold, Walter und Konrad erbaut und der Muttergottes, St. Johann (Evangelist) und St. Katharina geweiht.

Im Jahre 1440 stiftete sein Urenkel Wolf von Stein eine Kaplanei und stattet sie mit Einkünften aus seinen Besitzungen zu Rechtenstein, Unterwilzingen, Lauterach, Talheim, Dieterskirch, Untermarchtal, Emerkingen und Munderkingen zum Unterhalt der Geistlichen aus. Dem Kaplan wurde das Haus bei der Kapelle erbaut.

Als die Linie Reichenstein 1490 im Mannesstamme ausstarb und die Burg mit dem Dorf 1499 an Zwiefalten kam, blieb die Kapelle im Besitz der Ritterfamilie der Linie von Stein zu Klingenstein. Um 1730 wurde die Kapelle neu erbaut und der hl. Katharina geweiht. Ein schlichter Kirchenbau mit halbrundem Chor und Zwiebelturm birgt eine wertvolle Ausstattung der Erbauungszeit. Der Altar und die Skulptur der Triumphkreuzgruppe, sowie eine Pieta werden künstlerisch als sehr wertvoll eingestuft. Der Künstler ist leider nicht bekannt.

Die Burghöfe von Reichenstein gehörten in den Sprengel der Pfarrkirche St. Valentin in Emeringen, nach 1829 zur Pfarrei St. Michael in Neuburg.

Nach der Vermögensübergabeurkunde vom 25. Februar 1891 hat die Gräfin von Stein der Gemeinde Reichenstein die Kapelle als Filialkapelle von Neuburg mit einem Baufond von 200 fl. (=342,86 DM) übergeben.

In den Jahren 2007/08 wurde die Kapelle grundlegend aussen und innen restauriert.